Chronische Schmerzmuster

Viele Ärzte behaupten aus den fehlgeschlagenen Therapieansätzen und Medikationen bei Patienten, welche seit Jahren Schmerzen erleiden, dass diese ein chronisches Schmerzgedächtnis haben. Hier halte ich diese Aussage, genau wie Roland Liebscher-Bracht, für Blödsinn.

Auch ich behaupte, dass sogenannte chronische Schmerzen oftmals falsch behandelt werden. Man darf sich eben nicht nur auf das Schmerzbild konzentrieren, sondern man sollte die Ursachen für die Schmerzen finden und abstellen. Anstatt durch Medikation die Sprache des Körpers (Schmerz) zu ignorieren.
Ich vergleiche das immer mit einem Zwiebelschalenprinzip. Die Zwiebel hat viele dünne überlagerte Schichten, um die eigentliche Frucht zu schützen.
Wenn wir die Ursache für den schmerzauslösenden Prozess nicht abstellen, dann bauen sich mit der Zeit verschiedene Schmerzinformationsschichten auf!

Anders als Roland Liebscher-Bracht, welcher alle Schmerzinformationsschichten mit dem Drücken auf das Periost, (das ist eine dünne Gewebsschicht, welche alle Knochen überzieht) abstellen will, was wiederum nicht korrekt ist, vertrete ich die Meinung, dass man genau analysieren muss, was die Ursache für die Schmerzen ist. Jedoch verringert der Körper nicht sofort alle Schmerzinformationen, sondern man muss Schicht für Schicht alle Organsysteme prüfen und eventuelle Ursachen abstellen. Denn durch jahrelange Schon- und Fehlhaltungen haben sich strukturelle Veränderungen in allen Ebenen unserer Organsysteme und dem Bewegungsapparat gebildet. Diese gilt es durch permanente Korrekturen zu beheben.

Ein Beispiel: Sitzt die Bizepssehne nicht richtig, dann kann ich meinen Arm nicht sauber heben. Wenn man die Sehne nicht setzt, können sich neben der Bewegungseinschränkung Schmerzen bis über das Schulterblatt in den Kopf ausbreiten. Die Muskulatur übernimmt nun eine Schutzfunktion, indem sie sich verhärtet und die fehlerhaft sitzende Sehne keinen Schaden nimmt. Das spüren die Patienten am ehesten durch die Bewegungseinschränkung. Versuche ich jetzt nur am Periost zu drücken, dann ist das keine Ursachenbeseitigung, denn das Problem liegt ja an der fehlerhaft sitzenden Sehne!
Also auch hier ist immer wieder zu hinterfragen, woher kommt die Ursache? Oftmals wird sich die Ursache erst finden und lösen lassen, wenn man ein oder mehrere überlagerte Schmerz-/Reizfelder beseitigt hat!
Richtig ist, dass Ursachen abgestellt werden müssen! Die Frage ist nur: „Ursache in Bezug auf was?“ Sind es physische Ursachen, psychische Ursachen oder sind es externe Einflüsse, wie ein falsches Ernährungsbild zum Beispiel.

Ich überlasse es Ihnen welcher Wahrheit Sie folgen, jedoch wünsche ich Ihnen die Kraft immer wieder sich und Ihr Gegenüber zu hinterfragen.

Ihr Tobias Jantsch

Der neue Internet Kult um LNB hinterlässt medial seine Spuren.

Der neue Internet Kult um LNB hinterlässt medial seine Spuren.

Wie schon einmal beschrieben, sind die Übungen von Roland Liebscher Bracht nicht schlecht und durchaus ein gutes Instrument für Menschen, welche nur an muskulären Verkürzungen leiden. Dennoch muss und möchte ich auch in diesem Fall noch einmal betonen, dass die Übungen allein kein Allheilmittel sind. Immer wenn man versucht etwas massentauglich zu machen, verliert das Produkt an Qualität.

Es gibt verschiedene Ursachen, warum ein Muskel verhärtet bzw. verkürzt. Was in dem Fall oft nicht berücksichtigt wird, ist das die Muskulatur auch eine Schutzfunktion übernimmt. Wenn eine Rippe, ein Wirbelkörper, eine Sehne, ein Band nicht richtig sitzt, dann zieht die Muskulatur zu.

Jetzt kann ich dehnen so viel wie ich will, man wird die Muskulatur nicht geöffnet bekommen.

In unserem Zentrum gibt es eine unabdingbare Regel!

Knochen vor Nerv, vor Sehne, vor Band, vor Muskel!

Bevor man mit dem Dehnen beginnt sollte wirklich immer individuell geprüft werden, ob Knochen, Nerven, Sehnen und Bänder richtig sitzen. Erst dann ist das Dehnen richtig und wichtig!

Ich erlebe in letztes Zeit zunehmend, dass viele Menschen die Übungen von LNB nachturnen.

Allein in der letzten Woche habe ich drei Kunden gehabt, welche sich durch eigentlich gute Übungen, die jedoch allein durch die Tatsache, dass die Wirbel verschoben waren, ihrer Wirkung beraubten und deshalb dem Kunden ein erhöhtes Schmerzmuster zufügten. Ich kann einfach nicht voraussetzen das alle Menschen die gleiche körperliche Konstitution haben. Jedoch genau das passiert, wenn man sagt, das sind die „Besten Übungen für Ihren Rücken“.

Ein weiteres Beispiel:

Wenn der Ischiasnerv in der Kniekehle nicht richtig sitzt und ich fange an die Wade zu dehnen, was kaum ohne Schmerzen gehen wird, dann gebe ich über die Streckung des Muskels noch mehr Druck auf den Nerv.

Meine Erkenntnis daraus: der Mensch ist und bleibt ein Herdentier. Ohne zu hinterfragen rennt er dem vermeintlichen Leittier hinterher. 🙂

Jeder von Euch ist ein Individuum. Jeder von Euch sollte auch so gesehen und behandelt werden.

Ich wünsche Euch die Kraft zu hinterfragen und ganz viele Therapeuten, welche wirklich nach den Ursachen für Schmerzen suchen und nicht auf jeden Menschen eine Schablone legen.

Euer Tobias Jantsch